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Lost in Managua

Donnerstag, 4. September 2008 17:38 Uhr von Klaus Ehringfeld
Kategorie(n): Lateinamerika


Wer in Nicaraguas Hauptstadt Managua eine Adresse finden will, braucht viel Geduld, einen Kompass und einen guten Taxifahrer. Und am besten einen gut ausgeprägten Orientierungssinn. Nur eines braucht er nicht: einen Stadtplan. Denn Straßennamen und Hausnummern gibt es in Managua so gut wie nicht. Wer in der 1,5-Millionen-Stadt eine Adresse finden will, muss gut zuhören und mitschreiben.

Neulich erläuterte mir eine Gesprächspartnerin den Weg zu ihrem Haus: Landstraße in den Süden, Richtung Jinotepe, bis zum Kilometer 12,5, beim Hinweisschild der Wasserfirma Enacal links ab, dann den asphaltierten Weg mit den gelb gestrichenen Bordsteinen bis zum letzten Haus. Leider gab es an der Abzweigung zwei asphaltierte Wege mit den gelben Bordsteinkanten. Da auch der Taxifahrer den Weg nicht kannte, blieb nur trial and error. Am Ende des eingeschlagenen Weges war kein Haus, aber ein älterer Herr, der natürlich wusste, dass die gesuchte Adresse am Ende des anderen Weges war.

Wo Namen fehlen, müssen Referenzpunkte helfen. Deswegen hat fast jede Adresse einen Bezug, etwa zum Managua-See. So muss man dem Taxifahrer den Weg zur deutschen Botschaft so beschreiben: Vom Kreisverkehr El Güegüense anderthalb Straßenblocks Richtung See und dann gleich hinter dem Optikerladen. Und tatsächlich. Da weht der Bundesadler.

Wenn der See nicht weiter hilft, dann müssen bekannte Orte herhalten. Ein Hotel, eine Apotheke, manchmal sogar ein großer Baum. Von da geht es dann nach oben oder nach unten. „Arriba“ und „abajo“ sind aber keine topographische Referenz, sondern eine Himmelsrichtung. Nach oben heißt gen Osten, denn da geht die Sonne auf. Nach unten geht’s gen Westen, wo die Sonne untergeht. Knifflig wird es, wenn etwas als Anhaltspunkt dient, das es nicht mehr gibt. Zum Beispiel das alte Kino Cabrera, das seit vielen Jahren nicht mehr existiert, aber noch immer wieder als Referenz genannt wird. Wenn man dann einen jungen Taxifahrer erwischt….Sie können es sich denken.

Als ich meinen Freund Arturo nach den Gründen für dieses Wirrwarr fragte, zitierte er seinen Großvater. Demnach gab es dieses „Adresssystem“ schon Anfang des 20. Jahrhunderts. Nur war Managua da noch ein Dorf. Und auf dem langen Weg in die Moderne kam der Stadt dann das große Erdbeben von 1972 dazwischen, das vor allem das Zentrum vernichtete – bis dahin der einzige übersichtlich strukturierte Teil Managuas. Es war im Schachbrettmuster angelegt mit durchnummerierten Straßen. In Nord-Süd-Richtung hießen sie Avenidas, in Ost-West-Richtung Calles.

Aber nach dem Beben wurde die Innenstadt an anderer Stelle wieder aufgebaut, ohne Ordnung und Planung, und Managua verwandelte sich endgültig in den Ort, „wo die Straßen keine Namen haben“, wie Arturo sagt. Und wie in Nicaragua üblich, gibt es auch noch einen politischen Aspekt. Während der Somoza-Diktatur hatten bestimmte Orte einen Namen, die zu Zeiten der Sandinistischen Revolution einen anderen bekamen. Und als die Revolution 1990 abgewählt wurde, gab es wieder eine neue Bezeichnung. Da war es für viele Nicas dann doch einfacher, sich zu merken: „Vom alten Baum, drei Blöcke zum See…

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