Warning: count(): Parameter must be an array or an object that implements Countable in /homepages/26/d13562957/htdocs/weltreporter.neu/src/tools/wordpress/wp-includes/post-template.php on line 240

Warning: count(): Parameter must be an array or an object that implements Countable in /homepages/26/d13562957/htdocs/weltreporter.neu/src/tools/wordpress/wp-includes/post-template.php on line 240

Warning: count(): Parameter must be an array or an object that implements Countable in /homepages/26/d13562957/htdocs/weltreporter.neu/src/tools/wordpress/wp-includes/post-template.php on line 240

Warning: count(): Parameter must be an array or an object that implements Countable in /homepages/26/d13562957/htdocs/weltreporter.neu/src/tools/wordpress/wp-includes/post-template.php on line 240

Warning: count(): Parameter must be an array or an object that implements Countable in /homepages/26/d13562957/htdocs/weltreporter.neu/src/tools/wordpress/wp-includes/post-template.php on line 240

Warning: count(): Parameter must be an array or an object that implements Countable in /homepages/26/d13562957/htdocs/weltreporter.neu/src/tools/wordpress/wp-includes/post-template.php on line 240

Warning: count(): Parameter must be an array or an object that implements Countable in /homepages/26/d13562957/htdocs/weltreporter.neu/src/tools/wordpress/wp-includes/post-template.php on line 240

Warning: count(): Parameter must be an array or an object that implements Countable in /homepages/26/d13562957/htdocs/weltreporter.neu/src/tools/wordpress/wp-includes/post-template.php on line 240
WELTREPORTER.NET
global correspondents
  
Blog
Reporterwelt

Pop vor der Haustür

Mittwoch, 11. November 2009 16:56 Uhr von Julia Grosse
Kategorie(n): England


Von meinem Bürofenster aus schaue ich auf ein klobiges, legendäres Lehrstück in Popkultur, die Brixton Academy. Woche für Woche pilgern hier ganz unterschiedliche Fans die Straße entlang,um sich für einen Moment in einem Revival des Revivals unkaputtbarer Bands zu verlieren und ewige Hits mitzugrölen, von den Pixies, Blur, Massive Attack. Jeder von ihnen glaubt, er stecke in seiner ganz eigenen, individuellen Maskerade, dabei sehen am Ende doch wieder nur alle aus wie eine Kopie des charismatisch verlebten Sängers. Die Iron-Maiden-Fans kramen ihre speckigen Lieblingskutten hervor und färben sich die ergrauten Matten. Die Morrisey-Jünger richten ihre dünner werdenden Tollen auf und zwängen sich in ihre Kopf-bis-Fuß-Denim-Tracht. Ein gut sortierter Supermarket of style direkt vor meinem Fenster!

In Deutschland belächelt man diese Fans, die einfach nicht loslassen können. Definitiv hängen geblieben. In England dagegen gibt es Respekt, diese Leute seien sich immerhin treu geblieben! Briten sind gern treu, wenn es um Tradition geht. Sie bleiben bei ihrem Stil, ob Fred-Perry-Poloshirt oder Tweed-Jackett, sie lieben ihre Band und ihren Fußballverein. Sie schlüpfen nach der Arbeit in andere Identitäten, wollen aussehen wie Rod Stewart, zwängen sich in Offiziersuniformen aus dem Zweiten Weltkrieg und spielen Szenarien minutiös nach, als seien sie damals selbst dabei gewesen. Reenactement wird dieses seltsam verklärte Hobby genannt, die Sehnsucht der ewigen Wiederholung
und Wiederbelebung.

Wie hervorragend sich diese Wiederholungssehnsucht vor allem in der britischen Popindustrie vermarkten lässt, sehe ich Woche für Woche vor meinemFenster: In der Brixton Academy findet das zehnte Comebackstatt, und die Fans kommen in ihren zu eng gewordenen Sex-Pistols-Kostümen und zahlen für anderthalb Stunden eine Menge Geld.
Popkultur ist die coole Tante, die man nie so recht durchschaut. Jede Saison gelingt es ihr, das Neuste vom Neuen aus der Subkultur ans Licht zu zerren, gestern Grime, heute UK Funky, und die Briten gleichzeitig dazu zu bringen,sie wie ein nationales Kulturerbe zu vergöttern. Schließlich ist Pop tatsächlich eines der wenigen Dinge, die Großbritannien perfekt beherrscht. Als Band zu altern ist wahrscheinlich nirgendwo schöner als hier, wo Anhänger ihre Helden mental und finanziell bis in die Rente auf den Händen tragen. Als bekannt wurde, dass es ein neues Beatles-Album geben werde, befand sich das Land wochenlang am Rande des Nervenzusammenbruchs. Ein bisschen erinnert diese Unterwürfigkeit an das Verhältnis zur Queen. Auch sie ist für die Briten ein kostspieliges Hobby, das sie Jahr für Jahr finanzieren. Dafür bekommensie die legendäre zugeknöpfte
Etikettenexzentrik, von der ihre Königin seit Regierungsantritt nicht einen Millimeterabgewichenist. Das nennt man Tradition. Zufriedenes Grölen der immer gleichen Blur-Hits vor meinem Bürofenster aber eben auch.

Kommentar schreiben

Kommentar

Autoren
Kategorien
Afghanistan    Afrika    Ägypten    Allgemein    Alltag    Arbeit    Asien    Äthiopien    Außenpolitik    Australien    Balkan    Blog Special    Bücher    China    Dänemark    Deutschland    Eigenlob    EM 2012    England    Erdbeben    Europa    Film    Fotografie    Frankreich    Frauen    Goethe    Griechenland    Holland    Indien    Indonesien    Internet    Irak    Iran    Islam    Island    Israel    Italien    Japan    Jugend    Katastrophe    Klima    Kriege    Kriminalität    Krisen    Kultur    Lateinamerika    Libanon    Literatur    Luxus    Marcus Bensmann    Medien    Medienkritik    Menschenrechte    Mexiko    Minderheiten    Mode    Monarchie    Musik    Neuseeland    Nordeuropa    Norwegen    ohne Worte    Olympia 2008    Polen    Politik    Pressefreiheit    Reise    REISEWARNUNG - Fahren Sie nie nach...    Religion    Reporteralltag    REPORTERWELT    Russland    Schweden    Schweiz    Serbien    Sex    Slowakei    Spanien    Sport    Sprache    Südafrika    Technik    Terrorismus    tolle Texte    Tschechien    Türkei    Umwelt    USA    Veranstaltung    Verkehr    weltreporter Werkstatt    WELTREPORTER.NET    Wirtschaft    wohnen    Zentralasien    Zukunft   
Archiv
RSS Feeds

Gib Deine E-Mail-Adresse an, um diesen Blog zu abonnieren und Benachrichtigungen über neue Beiträge via E-Mail zu erhalten.