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Da ging er

Montag, 21. Oktober 2013 15:23 Uhr von Julius Müller-Meiningen
Kategorie(n): Allgemein, Alltag, Arbeit, Deutschland, Europa, Israel, Italien, Kriege, Kriminalität, Lateinamerika, Reporteralltag


Da geht er. So lautete der Titel einer Geschichte, in der ich meine ebenso zufällige wie abenteuerliche Begegnung mit dem SS-Kriegsverbrecher Erich Priebke vor einigen Jahren beschrieben habe. Zu seiner Vita gehörte neben der Ermordung von 335 unschuldigen Geiseln 1944 auch die Tatsache, dass er sich als verurteilter Greis mehr oder weniger frei in Rom bewegen konnte. „Ehre für Priebke“ oder „Herzlichen Glückwunsch Priebke“. Solche Sprüche konnte man bis zuletzt an Häuserwänden in Rom lesen.

Jetzt ist er nicht mehr da. Am 11. Oktober 2013 starb Priebke im Alter von 100 Jahren in einer Wohnung im Aurelio-Viertel in Rom. Das heißt, die wenigsten wissen, ob der Leichnam des deutschen SS-Offiziers, der ein Symbol für die Schreckensherrschaft der Deutschen in Italien zum Ende des Zweiten Weltkriegs war, immer noch an dem Ort lagert, der symptomatisch für seinen Fall geworden ist. Ein Militärflughafen im Niemandsland bei Rom. Dort wurde der Leichnam tagelang aufbewahrt, weil die Behörden nicht im Stande waren, den Fall zu lösen.

Auch als Leichnam sorgte Priebke für ein Chaos, das man dem Unvermögen der Behörden und seinem revisionistischen Anwalt Paolo Giachini zurechnen muss. Sein zunächst genehmigtes Begräbnis wurde wieder abgesagt, als es dabei zu Tumulten kam. Auch die deutschen Behörden bekleckerten sich nicht mit Ruhm, als sie den Fall in erster Linie als bürokratisches Problem abtaten und nicht verstanden, dass die Bundesrepublik immer noch Verantwortung für die Taten seiner Staatsbürger vor 70 Jahren trägt. Niemand will den Leichnam haben, weil zu befürchten ist, dass Neonazis das Grab zur Pilgerstätte machen.

Das institutionelle Chaos hat nun dazu geführt, dass Priebkes Anwalt das letzte Wort für sich beansprucht: „Wir haben uns weder von den Behörden noch von der jüdischen Gemeinde unterkriegen lassen. Wir haben das bekommen, was wir wollten“, sagte er und fügte hinzu: „Wer will, kann einer Figur, die Symbol für Würde, Freiheit und menschliche Leidensfähigkeit geworden ist, seine Ehre erweisen.“ Der Leichnam soll an einem unbekannten Ort bestattet werden, irgendwo zwischen Italien, Österreich und der Schweiz. Fragt sich nur, wie lange er bei Neonazis wirklich unbekannt bleibt.

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