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Franziskus im Fadenkreuz

Donnerstag, 21. November 2013 16:31 Uhr von Julius Müller-Meiningen
Kategorie(n): Arbeit, Europa, Italien, Kriminalität, Medien, Religion, Reporteralltag, REPORTERWELT, Terrorismus


In der jüngeren Italien-Berichterstattung gibt es ein paar Klassiker. Dazu gehören unter anderem folgende Themen: Berlusconi, die Mafia und der Papst. Wenn zwei dieser Aspekte zusammen kommen, herrscht journalistischer Ausnahmezustand. Berlusconi und die Mafia? Erregt immer Aufmerksamkeit. Berlusconi und der Papst? Auch. Aber der Papst und die Mafia? Dann horchen sogar Menschen auf, die mit dem Vatikan sonst so viel anfangen können wie mit einer leeren Dose Ölsardinen.

Staatsanwalt Nicola Gratteri hat in den vergangenen Tagen eine journalistische Bombe platzen lassen. Der angesehene Ermittler aus Kalabrien hat angedeutet, die Mafia, genauer gesagt die kalabrische ‘Ndrangheta, habe es auf Franziskus abgesehen. Sie gilt als eine der weltweit gefährlichsten und mächtigsten Verbrecherorganisationen mit jährlich mehr als 40 Milliarden Euro Umsatz, vor allem aus Drogen- und Waffengeschäften. Sie soll nun ausgerechnet den Mann im Fadenkreuz haben, der bei vielen Gläubigen und auch bei einigen Skeptikern wieder Sympathien für die katholische Kirche sammelt. Weil er Bescheidenheit, Ehrlichkeit und Armut predigt und vorlebt. Zuletzt schimpfte der Papst auffällig deutlich gegen Korruption und die „Göttin Schmiergeld“.

„Dieser Papst ist auf dem richtigen Weg“, behauptet Nicola Gratteri. „Wenn die Bosse ihm ein Bein stellen könnten, werden sie nicht zögern“, sagte Gratteri in einem Interview mit der italienischen Zeitung Il Fatto Quotidiano. Bergoglio habe sich den Zorn der Mafia zugezogen, weil er „wirtschaftliche Finanzzentren im Vatikan“ demontiere. Der Papst kämpfe gegen Luxus, sei glaubwürdig und wolle “überall aufräumen”. Nicht nur der öffentliche Konfrontations-Kurs des Papstes schreckt offenbar die Bosse ab. Sie bangen laut Gratteri um ihre Pfründe im Geschäft mit der Kirche. Vor allem die Vatikanbank IOR war in der Vergangenheit immer wieder mit Geldwäsche und der Mafia in Verbindung gebracht worden.

Franziskus geht den von Papst Benedikt eingeschlagenen Weg zu mehr Transparenz in der Vatikanbank noch entschlossener weiter. Bergoglio ließ die Anti-Geldwäsche-Gesetzgebung im Vatikan verschärfen, stärkte die interne Finanzaufsicht und setzte mehrere Reformkommissionen ein. Zuletzt verschickte die Vatikanbank einen Fragebogen an ihre Kunden und forderte sie zu Angaben über die Herkunft ihrer Gelder auf. Etwa 1000 Konten sollten geschlossen werden. Zudem räumt der Papst im Vatikan nach und nach beim Personal auf. Kenner loben seine Neubesetzungen. Der Vatikanjournalist Marco Politi ist sich sicher, dass Franziskus immer mehr zum Hindernis für viele undurchsichtige Geschäfte wird. Politi behauptet: „Die Unterwelt ist nervös. Franziskus soll gebremst und neutralisiert werden.“

Von konkreten Anschlagsplänen gegen den Papst ist jedoch nicht die Rede. Staatsanwalt Gratteri sagte: „Ich weiß nicht, ob die Organisierte Kriminalität im Stande ist, etwas zu machen, aber sie überlegt das gewiss. Das kann gefährlich sein.“ Der Papst ist von Schweizer Garde, Vatikan-Gendarmerie, seinen Leibwächtern und moderner Sicherheitstechnologie geschützt. Bekannt ist aber auch, dass Bergoglio gerne die Sicherheitsvorkehrungen seiner Bewacher ignoriert, um mit Gläubigen in direkten Kontakt zu kommen. Auch Vatikansprecher Federico Lombardi gab Entwarnung und sagte, der Vatikan sorge sich nicht um die Sicherheit des Papstes.

Die Gegner des Papstes in den Reihen der Organisierten Kriminalität sind dabei nicht die alten, mordenden Bosse. Die „Finanzmafia“ habe den Papst zum Ziel auserkoren, behauptet Gratteri. Er meint damit die Geschäftsleute, die unter dem Schutzmantel legaler Strukturen und Banken illegale Operationen wie Geldwäsche durchführen.

Mafia und Kirche gingen in Kalabrien Hand in Hand, behauptet Gratteri, der gerade ein Buch zum Verhältnis zwischen Klerus und ‘Ndrangehta (Acqua Santissima, Mondadori-Verlag) vorstellt. Einige Priester seien regelmäßig bei den Bossen zum Kaffeetrinken zuhause. Diese würden so legitimiert. Seit Beginn seiner Karriere als Ermittler vor 26 Jahren habe er noch nie ein Mafia-Versteck aufgespürt, in dem keine Heiligenbildchen klebten. Die überwiegende Mehrheit der Mafiosi bezeichne sich selbst als „religiös“. Drastische Beispiele kennt Gratteri auch von höchster Ebene. Angesichts Tausender Morde habe der ehemalige Bischof von Locrì im kalabrischen Hinterland nie eine Miene verzogen. Er habe sich erst dann öffentlich gegen die Mafiosi gewendet, als sie den Obstgarten der Kirchengemeinde von Platì aus seinem Einzugsgebiet geplündert hätten.

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