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Kanonenfutter

Mittwoch, 18. Juni 2014 15:00 Uhr von Julius Müller-Meiningen
Kategorie(n): Alltag, Deutschland, Europa, Italien, Reporteralltag, Sport


Deutschland könnte bei der WM auf Italien treffen. Der Gedanke daran versetzt die Römer geradezu in Verzückung.

Unberührt und unweit der Essiggurken liegt eine grün-weiß-rot gestreifte Plastik-Vuvuzela in einem Supermarktregal in Rom. Daneben Italien-Fahnen, säuberlich eingerollt. Objekte, die hier niemand eines Blickes würdigt. Ein WM-Heft am Zeitungskiosk? „Ich verstehe nicht genau, was Sie meinen“, sagt die Verkäuferin.

WM-Fieber in Italien - Fehlanzeige. Public Viewing? Nie gehört. „Sollen die in Brasilien erst einmal machen“, sagt ein älterer Herr im Supermarkt, „begeistern können wir uns für unser Team dann immer noch“. Es klingt nach einem neuen, pragmatischen Verhältnis der Italiener zu ihrem Lieblingsspiel.

Aber dann ist da noch das Allheilmittel für die von Skandalen, Wirtschafts- und allerlei sonstigen Krisen angeschlagene italienische Seele. Man muss nur als Deutscher morgens in eine beliebige Bar der Hauptstadt gehen und das Gespräch auf die WM und ein mögliches Aufeinandertreffen zwischen Deutschland und Italien bringen. So ein Match wäre zwar erst im Halbfinale denkbar. Aber diese Phantasie erweckt offenbar auch den depressivsten Italiener zum Leben. So sympathisch wie heute war ich, der lustige Teutone, ihnen noch nie.

Schulterklopfen. Gelächter durchbricht das Zischen der Kaffeemaschine. „Poveri!”, ihr Armen, ruft Gianni siegesgewiss aus. Die Bar verwandelt sich für ein paar Minuten in eine Mischung aus Fankurve und Expertengremium. „Grande“, das wäre großartig, meint Francesco, ein eingefleischter Fußballfan. „Gegen Deutschland hatten wir immer sooo leichtes Spiel“, sagt er. Ich überlege, ob ich dem Spott mit einem knurrigen „Merrrrkel“ ein abruptes Ende setzen soll. Aber jetzt hilft auch die in Italien unbeliebte Bundeskanzlerin mit ihrer verhassten Sparpolitik nicht weiter. Im Fußball, so viel steht fest, sind wir Deutschen für die Italiener nichts weiter als Kanonenfutter.

Dann setzen sie berechnend ihre Nadelstiche, einen nach dem anderen. „Balotelli“, ruft einer und erinnert mich an die Niederlage im EM-Halbfinale 2012. „Grosso“, „Del Piero“, sagt Francesco, „WM-Halbfinale 2006“. Gianni erinnert auch noch an Gianni Riveras 4:3 beim „Jahrhundertspiel“ 1970. Aber da war ich glücklicherweise noch nicht auf der Welt. Ich weiß ja, dass Deutschland nie ein Turnierspiel gegen die Italiener gewinnen konnte. Aber muss ich mir das jetzt im Detail unter die Nase reiben lassen? Warum habe ich diese Bar nur betreten?

Als sei es nicht genug, beginnt auch noch eine vernichtende Taktik-Analyse. „Deutschland ist vorhersehbar“, sagt Barkeeperin Ornella, „sie spielen immer dasselbe System“. „Ihr seid in Vielem unsere Vorbilder“, sagt ein junger Mann, der gerade in ein Cornetto beißt. „Aber im Fußball könnt ihr uns einfach nichts vormachen.“ “Vediamo”, schaun wir mal, sage ich und schlürfe den bislang bittersten Cappuccino dieses Sommers.

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