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Die Sehnsucht ist geweckt

Dienstag, 15. Februar 2011 13:07 Uhr von Birgit Kaspar
Kategorie(n): Ägypten, Außenpolitik, Europa, Islam, Israel, Menschenrechte, Terrorismus, USA


Die westlichen Demokratien haben sich bei der tunesischen wie der ägyptischen Revolution gründlich blamiert. Sie hinkten hinter den Ereignissen her, wanden sich in Schmerzen mit vorsichtigen Statements. Ging es doch schließlich darum, den Diktatoren und Unterdrückern die Unterstützung zu entziehen, die sie seit Jahrzehnten in ihren Palästen gehalten hatte. Völlig ungeachtet der Tatsache, dass man in politischen Sonntagsreden immer mehr Demokratie im Nahen Osten forderte. Aber das versteht sich von selbst.

Als es gar nicht mehr anders ging, forderten US-Präsident Barack Obama und seine europäischen Mitläufer einen schnellen aber geordneten Übergang zu einer wirklich demokratischen Regierungsform. Aha. Damit behalten sie sich vor, darüber zu urteilen., was ‘wirklich demokratisch’ ist. Und im gleichen Atemzug drängt man auf die Einhaltung internationaler Verträge und Verpflichtungen. Da nämlich liegt, wenn es um den Nahen Osten geht, für die meisten westlichen Politiker der Hase im Pfeffer: Fast alles darf passieren, aber die beiden Friedensverträge mit Israel (mit Ägypten und Jordanien) dürfen nicht angetastet werden. Außerdem dürfen keine Islamisten an die Macht kommen, wobei am liebsten alle islamistischen Gruppierungen in einen großen Topf geworfen werden. Wie man es in Washington, Berlin und Paris damit hält, wenn demokratische Wahlen Islamisten an die Macht bringen, das haben wir beim Urnengang in den Palästinensergebieten 2006 gesehen. Als die Hamas den Sieg davon trug, brach man schlicht die Beziehungen mit der von ihr geführten Regierung ab.

Die westlichen Regierungen – nicht nur die amerikanische – haben in der arabischen Welt schon längst ihre Glaubwürdigkeit eingebüßt. Die Menschen in der Region verstehen, dass es nicht um Werte wie Demokratie, Selbstbestimmung und Freiheit geht sondern um politische Interessen. Vornehmlich um solche, die sich mit israelischen Interessen decken. Auch wenn man in vielen Fällen trefflich darüber diskutieren kann, ob sich diese Interessen tatsächlich decken. Oder ob wir uns nicht selbst ins Knie schießen, gerade weil wir dazu tendieren, die Region ausschließlich durch die israelische Brille betrachten.

Auch deshalb können die Ägypter auf gute Ratschläge aus dem Westen derzeit verzichten. Ihnen ist nicht entgangen, dass Washingtons Lieblingskandidat für die Nachfolge Mubaraks sein Geheimdienstchef Suleiman war. Also jemand, der mit Leib und Seele für das alte System stand und steht. Die Armee ist nun die zweitbeste Wahl, arbeitet ihre Führung doch sehr eng mit amerikanischen Militärs zusammen, die eine Finanzhilfe von 1,3 Milliarden US-Dollar jährlich beisteuern. In dem Preis dürfte inbegriffen sein, dass keine Politik erlaubt wird, die den ohnehin kalten Frieden mit Israel einfrieren könnte.

Interessant wird es, wenn eine wirklich demokratische zivile Regierung in Kairo an der Macht ist. Ihr werden vermutlich die ägyptischen Moslembrüder angehören, auch wenn die Menschen auf dem Tahrir-Platz deutlich gemacht haben, dass die Islamisten keine Mehrheit im Land haben.Ein weiterer Schleier ist gefallen: Die Alternative zu autokratischen oder diktatorischen Systemen im Nahen Osten heißt nicht automatisch Chaos und Islamismus. Es dürfte den Regierenden in Washington und Berlin in Zukunft schwer fallen, mit dieser Gleichung zu argumentieren, wenn es um die Unterstützung repressiver Regime in der Region geht, die Menschenrechte verachten aber Stabilität und Kampf gegen Terrorismus versprechen.

Unsere westlichen politischen Moralapostel stehen plötzlich ohne Kleider da. Sieht ganz so aus, als stünden sie auf der Verliererseite nach den erfolgreichen Volksaufständen in Tunis und Kairo. Gemeinsam übrigens mit ihren Erz-Feinden, den islamischen Extremisten aus der Al Qaeda-Ecke. Denn der Sieg der friedfertigen Menschen gegen ein brutales, vom Westen unterstütztes System, nimmt diesen Terroristen den Wind aus den Segeln. Die Jugendlichen, die auf dem Tahrir-Platz in Kairo den Sturz Mubaraks gefeiert haben, haben es nicht mehr nötig, sich solchen Bewegungen aus Protest oder dem Gefühl der Ohnmacht anzuschließen. Sie haben sich selbst befreit und ermächtigt, sie haben ihren Stolz und ihre Menschenwürde zurück erobert.

Nachdem ich mehr 15 Jahre lang dem politischen Stillstand, der Demütigung und der Entmündigung der Menschen in der Region zugesehen habe, habe ich nun wieder Hoffnung. Auch wenn wir alle wissen, dass die Revolutionen noch nicht gewonnen oder vollendet sind. Aber es wäre schön, noch mehr solch befreite, lachende oder vor Freude weinende Gesichter in Arabien zu sehen. Die Sehnsucht ist geweckt, hoffentlich wird sie nicht in Blutvergießen ertränkt.

 

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Starker Kommentar! Kann man soetwas auch in irgendwelchen deutschen Printmedien unterbringen?

Zu befürchten ist, dass die einseitige Information der Bevölkerung in den USA weitergehen wird. Höhepunkt dieser Tendenz war der US-geführten Kriege im Iraq. Condoleeza Rice hat doch wirklich öffentlich geäussert, dass das Ansehen der USA in der Region nach dem Angriff gestiegen sei. Ich habe von dieser intelligenten Frau so eine Dummheit nicht erwartet.
Klar dass fast alle US-Medien in Jubelstimmung waren, auch die sonst kritischen. Wer wollte denn von den hautnahen Presseanwesenheiten bei Fronteinsätzen ausgeschlossen werden? So hat man hier in den Staaten die üblicherweise für andere Ländern geforderte Pressefreiheit erschlagen. Mir wird immer deutlicher, dass die USA nur so lange auf die Einhaltung internationaler Abkommen bestehen, wie diese ihnen nützt. Waterboarding? Keine Folter! Der Überfall auf den Iraq? Völkerrechlich völlig okay! Während meiner Zeit in Baghdad habe ich von Amis, die ich dort getroffen habe, die dümmsten Statements über europäische Politik gehört. Nur ein kleines Beispiel hier: nach den Verträgen mit Polen und anderen mitteleuropäischen Staaten wurde ich gefragt, warum die deutsche Regierung Geschäfte mit Kommunisten macht. Das intellektuelle Niveau und die Bildung ist hier deutlich geringer, als in Europa. Es ist traurig, dass die Berichte, die ich aus Syrien, Marokko, Jordanien und anderen Ländern dieser Region erhalte, sich nicht mit den Berichten der US Medien decken. Selbst intelligente Amis zeigen mir in Diskusionen, dass sie nur von US Medien informiert worden sind. Selbst das Internet hat es hier nicht geschafft, die Menschen so neugierig zu machen, dass sie auch mal Kommentare aus dem Ausland (in englischer Sprache selbstverständlich) suchen. Auf fremde Kulturen mit Neugier zuzugehen ist keine US-Eigenschaft. Vielleicht sollte ich doch mein Baskenmützchen gegen eine Baseball-Kappe tauschen und während der Arbeit Geräusche von Lady Gaga imitieren, anstatt Chansons von Georges Brassens zu singen. Ich schiebe meine Einbürgerung auf die lange Bank.
Rainer Urbach aka Calimagne. Fairfield, California

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