Warning: count(): Parameter must be an array or an object that implements Countable in /homepages/26/d13562957/htdocs/weltreporter.neu/src/tools/wordpress/wp-includes/post-template.php on line 240

Warning: count(): Parameter must be an array or an object that implements Countable in /homepages/26/d13562957/htdocs/weltreporter.neu/src/tools/wordpress/wp-includes/post-template.php on line 240

Warning: count(): Parameter must be an array or an object that implements Countable in /homepages/26/d13562957/htdocs/weltreporter.neu/src/tools/wordpress/wp-includes/post-template.php on line 240

Warning: count(): Parameter must be an array or an object that implements Countable in /homepages/26/d13562957/htdocs/weltreporter.neu/src/tools/wordpress/wp-includes/post-template.php on line 240

Warning: count(): Parameter must be an array or an object that implements Countable in /homepages/26/d13562957/htdocs/weltreporter.neu/src/tools/wordpress/wp-includes/post-template.php on line 240

Warning: count(): Parameter must be an array or an object that implements Countable in /homepages/26/d13562957/htdocs/weltreporter.neu/src/tools/wordpress/wp-includes/post-template.php on line 240

Warning: count(): Parameter must be an array or an object that implements Countable in /homepages/26/d13562957/htdocs/weltreporter.neu/src/tools/wordpress/wp-includes/post-template.php on line 240

Warning: count(): Parameter must be an array or an object that implements Countable in /homepages/26/d13562957/htdocs/weltreporter.neu/src/tools/wordpress/wp-includes/post-template.php on line 240
WELTREPORTER.NET
global correspondents
  
Blog
Reporterwelt

Jagen mit Veganern

Donnerstag, 26. Januar 2012 23:40 Uhr von Anke Richter
Kategorie(n): Allgemein, Neuseeland, Umwelt


Es begann mit der Hochzeit unseres Freundes Steve. Der war Bioladenbesitzer und einst Veganer, aber erlegte aus Familientradition für sein Festmahl einen Hirsch. Ein Vollblut-Öko, der der Natur und seinem Körper bis auf selbstangebautes Gras keinen Schaden zufügt, aber nicht vom Wild lassen kann. Wo sonst auf der Welt trifft man jagende Hippies?Als die Freundschaft wuchs, lieh sich mein Mann bei ihm Jagdbücher aus. Die Gespräche wurden intensiver. Steve predigte gegen Massentierhaltung, pro Selbstversorgung. Nicht um Trophäen ginge es, sondern um archaische Nahrungsbeschaffung: ein Mann, ein Schuss, eine volle Kühltruhe. Kommerzfrei. Das traf den Nerv, der seit bundesdeutschen Zeiten brach gelegen hatte. Und mich ins Mark.

“Ich mache den Waffenschein”, sagte mein Mann, der angebliche Antimilitarist. Es war fast so schlimm, als ob er eine Affäre gebeichtet hätte: Ich war fassungslos, er testosterongesteuert. Schuldbewusst zog er nach dem Coming-out einen Prospekt von “Gun City” aus der Tasche. Dass er sich heimlich im Kleinkaliber-Discount herumtrieb, war nicht das Schlimmste. Das Schlimmste waren unsere Kinder. Sie fanden das alles großartig: Schießen, yeah! All die Jahre ohne Gewaltvideos und Kriegsspielzeug, und nun das! Wozu schickten wir die Jungen eigentlich auf die verdammte Waldorfschule?

Ich kapitulierte, aber summte subversiv “Cowboy Rocker” von Udo Lindenberg vor mich hin. Mein Protestsong. Statt Charles Bronson kam aber nur eine nette Polizistin vorbei, um mich im Sozialarbeiterton zu befragen, ob mein Mann verhaltensauffällig oder gewalttätig sei. Alles Vorschrift für den Wisch. “Er ist friedlich wie ein Lamm”, bestätigte ich und übertrieb kein bisschen. Dabei hätte ich alles sabotieren können. Aber Steve hatte uns gerade einen Hirschschenkel geschenkt. Der schmeckte köstlich.

Mit Steve ging es zum Schießstand: “üben”. Beim Waffentest dann ein blitzartiger Reality-Check: Mein Mann stellte erschrocken fest, in welcher Gesellschaft er sich befand. Doch nur kurz kamen Zweifel an seiner neuen Gesinnung auf. Denn es ging wieder zu “Gun City”. Erst wurde, ganz nach Vorschrift, eine verschließbare Stahlkiste gekauft. Dann nach etlicher Recherche die Tika 7-08: viel Stahl, lackiertes Holz und sauschwer. Sie verschwand zum Glück sofort in der Kiste. Dann musste es noch ein kleines Luftgewehr sein, “nur für die Possums”. Es war ähnlich wie beim Surfen: Immer geht es ums Material.

Ich besuchte Lydia, die nichts Tierisches isst und für mehr Unkraut im öffentlichen Raum kämpft. Sie zeigte mir das Foto eines toten Possums in einer Falle. Auf dem Rücken klammerte sich dessen Junges fest, frisch verwaist. Mein Mutterherz blutete. Als ich zu Hause ankam, wurde ich fast umgelegt: In der Einfahrt übten meine Söhne mit dem Luftgewehr. An der Garage hing eine Zielscheibe, in der Mitte prangte ein Possum-Foto. “Schädlingsbekämpfung”, verteidigte sich mein Mann. Ich sah rot. Die Fronten sind klar. Fortsetzung folgt

Kommentar schreiben

Kommentar

Autoren
Kategorien
Afghanistan    Afrika    Ägypten    Allgemein    Alltag    Arbeit    Asien    Äthiopien    Außenpolitik    Australien    Balkan    Blog Special    Bücher    China    Dänemark    Deutschland    Eigenlob    EM 2012    England    Erdbeben    Europa    Film    Fotografie    Frankreich    Frauen    Goethe    Griechenland    Holland    Indien    Indonesien    Internet    Irak    Iran    Islam    Island    Israel    Italien    Japan    Jugend    Katastrophe    Klima    Kriege    Kriminalität    Krisen    Kultur    Lateinamerika    Libanon    Literatur    Luxus    Marcus Bensmann    Medien    Medienkritik    Menschenrechte    Mexiko    Minderheiten    Mode    Monarchie    Musik    Neuseeland    Nordeuropa    Norwegen    ohne Worte    Olympia 2008    Polen    Politik    Pressefreiheit    Reise    REISEWARNUNG - Fahren Sie nie nach...    Religion    Reporteralltag    REPORTERWELT    Russland    Schweden    Schweiz    Serbien    Sex    Slowakei    Spanien    Sport    Sprache    Südafrika    Technik    Terrorismus    tolle Texte    Tschechien    Türkei    Umwelt    USA    Veranstaltung    Verkehr    weltreporter Werkstatt    WELTREPORTER.NET    Wirtschaft    wohnen    Zentralasien    Zukunft   
Archiv
RSS Feeds

Gib Deine E-Mail-Adresse an, um diesen Blog zu abonnieren und Benachrichtigungen über neue Beiträge via E-Mail zu erhalten.