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Warum ich so wichtig bin

Freitag, 23. März 2007 19:17 Uhr von Britta Petersen
Kategorie(n): Eigenlob, Medien, Politik


Ich wusste gar nicht, dass ich so wichtig bin. Nein, im Ernst. Ich habe das erst in den letzten Wochen erfahren und zwar per Email. Jetzt denken Sie wahrscheinlich: Aha, ein Fall von fortschreitendem Wahnsinn. Hat nicht auch Friedrich Nietzsche kurz vor seinem Zusammenbruch Aufsätze mit Titeln wie „Warum ich so klug bin“ und „Warum ich ein Schicksal bin“ verfasst? Neinnein, Sie irren. Aber lassen Sie mich das erklären.

Ich wurde kürzlich für den „Liberty Award“ nominiert. Einen Preis, den der Zigarettenhersteller Reemtsma in diesem Jahr zum ersten Mal an Journalisten verleiht, die sich um die Freiheit verdient gemacht haben. Gestern wurde er in Berlin meinem wunderbaren Kollegen Georg Blume aus Peking verliehen.

Ich bedaure gar nicht, den Preis nicht erhalten zu haben. Denn, wie gesagt, schon seit der Nominierung weiß ich, wie großartig ich bin. Nicht etwa, weil die Firma Reemtsma und die Jury diese so herzergreifend begründet hätte. Die Nichtraucher-Lobby hat es mir vor Augen geführt! In den letzen zwei Wochen quoll mein Postfach über von Emails verschiedener Organisationen, die dem Rauchen den Kampf angesagt haben. Hier ein paar Zitate daraus:

„Sehr geehrte Frau Petersen, eine mit fachlich anerkannten Personen besetzte Jury hat Sie für den "Liberty Award" nominiert. Ich stimme mit der Jury völlig überein, dass Sie aufgrund Ihres Wirkens eine hohe Auszeichnung verdienen – insbesondere einen Freiheits-Preis.“

"Es stellt sich die Frage, ob Sie damit einverstanden sind, dass Ihr hervorragendes Werk und Ihr Ansehen in der Gesellschaft mit dieser Nominierung in Zusammenhang gebracht werden.“

„Sehr geehrte Frau Petersen, in Anbetracht Ihrer Lebenserfahrungen und Ihres Einsatzes für die Gesundheit kann ich mir nicht vorstellen, dass Sie von der Tabakindustrie einen Preis entgegen nehmen.“

„Ich würde es zutiefst bedauern, wenn Sie der Firma Reemtsma erlaubten, sich mit Ihrem guten Namen zu schmücken und dazu noch den Begriff der Freiheit für ihre Öffentlichkeitsarbeit zu reklamieren.“

Und das ist nur ein kleiner Ausschnitt. Natürlich führen all diese mir völlig unbekannten Schreiber auch noch jede Menge Argumente ins Feld: Von der Schädlichkeit des Rauchens und der Zahl der Lungenkrebsopfer über die fiesen Machenschaften der Zigarettenindustrie bis hin zum Vorwurf des Selbstbetrugs. Nach dem Motto: Wer einen solchen Preis annimmt, verkauft seine Freiheit.

Nun, einen Preis den man nicht erhält, kann man auch nicht ablehnen, noch nicht einmal aus guten Gründen. Ich hätte es aber auch nicht getan. Nicht weil ich dem Tabak sonderlich zugetan bin, ich rauche höchstens auf Partys. Mich irritiert der messianische Eifer derer, die mich da loben. Wer zur Zigarette greift weiß, dass Tabak gesundheitsschädlich und suchterzeugend ist. Ich lehne es daher ab, in Zusammenhang mit seinem Tod gebracht zu werden, nur weil ich für einen Preis nominiert wurde. Aber das Lob der Nichtraucher-Lobby akzeptiere ich trotzdem gern. Die Freiheit nehm ich mir.

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Kommentar

Hallo Frau Petersen,

gut, daß Sie den Preis nicht bekommen haben. Und schade, daß ich das per mail schreiben muß, denn so können Sie mein ironisches Schmunzeln nicht sehen.

Alle haben sich gewunden bei diesem heiklen Thema. Und leider haben Sie einen Satz verwendet, den ich für falsch oder zumindest für extrem diskutabel halte: "Wer zur Zigarette greift weiß, dass Tabak gesundheitsschädlich und suchterzeugend ist." – Das stimmt ja so nicht. Genauso wenig wie der Satz, den ich jetzt verwende: "Jeder weiß, was Werbung direkt und indirekt bewirkt."

Der Wahrheit nahe kommt zumindest die Annahme, daß ein Kind oder Jugendlicher, der raucht, dies tut, weil er in einer Gesellschaft lebt, die sich dem Netz der Werbung nicht entziehen kann. Und da sind wir leider auch bei dem Reemtsma-Preis.

Man kann es drehen und wenden, wie man will, es gibt kein draußen – aber leider auch nur ganz wenige Aufrechte, die es tatsächlich schaffen, vollkommen sauber zu bleiben. Ich gehöre auch nicht dazu. Denn weil ich Bescheid wissen will, muß ich reingehen. Der Preis dafür ist, permanent wachsam zu bleiben, daß ich nicht immer mehr ins Netz gehe.

Schönen Gruß aus Düsseldorf

Konrad

Sehr schöner Blogeintrag!

Ich habe mich darüber gewundert, dass Georg Blume den Preis bekommen hat. Blume ist sicher ein guter Journalist. Aber ich hätte ihm nicht gleich einen Preis für die Bewahrung der Pressefreiheit gegeben.

"Georg Blume hat sich im rasant verändernden Boomland China nicht von den Repressionen und Verhaftungen schrecken lassen", sagte Uwe-Karsten Heye in seiner Laudatio. Die Zeit schreibt auf ihrer Webseite, Blume sei in ein Hotel gebracht worden und dort verhört worden.

Das ist in China in manchen Regionen quasi Alltag und man kann als Auslandskorrespondent sicher sein, dass man das mitmachen muss, wenn man bestimmte Problemgebiete besucht.

Man wird dabei lässtig befragt und die Polizisten servieren dazu Tee und Obstteller. Später bingt die Polizei einem zum Flughafen und verabschiedet sich mit Händedruck. Das ist bisher sicher jedem China-Korrespondenten schon mindestens einmal passiert. Nur ruft nicht jeder gleich die DPA an.

Wer den Preis wirklich verdient hat, sind die mutigen chinesischen Reporter und die schutzlosen Interviewpartner, die mit kritischen Artikeln und Informationen ihre Freiheit und noch mehr riskieren. Uns Ausländern kann eigentlich nichts passieren.

Gruß aus Shanghai, Janis

Hi Britta,

pluralis majestatis oder meinen Sie wir seien unterschiedlicher Meinung?
;-)

Sorry für die Haarspaltereien aus dem satten, ängstlichen, versauten Europa.

Mit Willensfreiheit und Verantwortlichkeit haben wir hier echt so unsere
Probleme. Wenn ich zum Beispiel die Programmdirektoren des
"Unterschichtenfernsehens" (Harald Schmidt) tönen höre, das seien doch
alles Formate, die der mündige Zuschauer sehen wolle, kann ich nur
sagen: Das sind nicht Programme, die die Leute sehen wollen, sondern das
ist allenfalls etwas, das die Leute nicht besser verdient haben.

Insofern haben Sie mit Ihrem Standpunkt natürlich recht. Schaun wir mal,
wie lange Europa sich noch halten kann.

Wie sehen das eigentlich die Inder? Haben die auch diesen
Abendländischen Hang zum Fatalismus?

Schönen Gruß,

Konrad

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